schamanische Wege

schamanische Wege
Bildquelle: pixabay / kemasu

Wenn man sich auf den Weg macht, den Schamanismus entdecken zu wollen, kann es passieren, dass man diesen Weg immer weiter beschreiten möchte, ihn immer weiter geht, bis man feststellt, dass er zu einem Teil von einem selbst geworden ist. Es gibt immer mehr und immer wieder Neues zu entdecken, die Neugier treibt einen immer weiter voran.

So ist es mir gegangen und auch vielen anderen Menschen, denen ich auf diesem Weg begegnet bin. Doch dieser Weg ist immer auch ein sehr individueller. Je weiter man ihn geht, desto mehr unterscheiden sich die Wege voneinander.

Am Anfang macht man noch sehr ähnliche Erfahrungen, man lernt sein Krafttier kennen, seinen Lehrer, den Kraftplatz. Mit diesen drei kann man starten. Viele werden die drei Welten kennenlernen: obere, mittlere und untere Welt, eventuell auch eine Karte dieser Welten malen.

Und dann beginnen schon die Unterschiede auf den Wegen. Teilweise hängt das vom menschlichen Lehrer ab, welche Inhalte und Techniken dieser vermittelt, aber auch die geistigen Verbündeten erklären und zeigen verschiedene Dinge, Techniken oder Anderes, was für den Jungschamanisierenden von Bedeutung ist. Dies kann seine persönliche Geschichte und was dort noch aufzuarbeiten ist betreffen, seine Fähigkeiten und Talente oder auch die Vorstellung weiterer Wesen, die wichtig für den persönlichen Weg sind.
Man findet und kreiert seine eigenen schamanischen Gegenstände, die jeweils ihre eigenen Kräfte und Stärken haben.

Später kann man diverse Mittelweltwesen kennenlernen, die den eigenen Weg und die Sicht auf die Welt beeinflussen.

Auf dem schamanischen Weg erlebt man persönliche Abenteuer und Herausforderungen, die sich von den persönlichen Abenteuern und Herausforderungen anderer Schamanisierender unterscheiden.

Wie es weitergeht

Mit der Zeit erfährt man auf diese Weise immer mehr über sich, seine Begabungen und Stärken. Während man anfangs noch versucht ist, andere zu kopieren, kristallisiert sich mit der Zeit die eigene Kraft heraus. Das, was man gut kann und wo die eigenen Talente liegen. Man entwickelt gemeinsam mit seinen Verbündeten einen eigenen Stil, wandelt Techniken ab, kreiert eigene Techniken und wird somit immer unverwechselbarer.

Trotzdem – oder gerade deswegen – finde ich den Austausch mit Anderen wichtig und spannend. Anfangs um die eigenen Eindrücke besser einordnen zu können und später, um zu merken, dass man mit seiner verschobenen Weltsicht nicht alleine dasteht.
Und trotz der unterschiedlichen Wege gibt es auch viele Gemeinsamkeiten zu entdecken, die man auch zusammen (er)leben und vertiefen kann.

Nicht nur im schamanischen Bereich fördert der Schamanismus die Individualisierung. Es wird auch nicht jeder, der diesen Weg geht, selbst zum Schamanen.
Dieser Weg bezieht alle anderen Bereiche des persönlichen Seins mit ein. Da man sich in seinen schamanischen Erfahrungen selbst immer besser kennenlernt, kann es passieren, dass man auch im „normal“-gesellschaftlichen Kontext immer mehr zum Individualismus neigt. Man wird authentischer und bekommt mit der Zeit immer weniger Lust, sich selbst für Andere zu verbiegen. Man kann kompromissloser werden und gleichzeitig verständnisvoller gegenüber den Schwächen anderer Menschen, weil man seine eigenen Schwächen integriert hat.

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