Das Fenster nach draußen

Das Fenster
Bildquelle: Rosemarie Doll / pixelio.de

Schwer hängt der Vorhang, versteckt die Welt draußen. Drinnen ist es dunkel. Bleiern lastet die Zeit dicht um mich. Nichts regt sich in mir. Kein Gefühl, graue Nebel umwabern meine Sinne, mein Sein. Die Zeit steht still. Nur mein Atem bewegt sich und mich.

Da – ein Lufthauch. Nur ein bisschen. Er lupft am Vorhang, ich bemerke ihn kaum, höre die Uhr an der Wand. Sie tickt, laut und hörbar. Doch die Zeit bewegt sich nicht.

Der Hauch wird stärker, lässt ein bisschen Sonne in das Zimmer. Ein kurzes Aufblitzen nur. Ein kurzer Moment Licht. Dann ist es wieder dunkel. Die Zeit ist eine zähe Masse.

Der Lufthauch wird zum Wind. Nun spielt er mit dem Vorhang, lässt ihn tanzen, gibt für Momente den Blick auf den Himmel frei. Ich kann ihn nicht mehr ignorieren, er wird stärker, gibt mir Luft und Helligkeit, die ich dringend brauche. Es riecht nach Frühling. Meine Nase beginnt zu kribbeln – das erste Gefühl seit langem.

Der Wind spült Gerüche in das Zimmer: nach Blüten, Leichtigkeit. Das Gezwitscher von Vögeln weht in Wellen hinein. Nun erwachen auch meine Ohren aus ihrer Lethargie.

Der Wind steigert sich zum Sturm, der Tanz wird wilder, die sich bewegende Luft berührt meine Haut, streichelt sie sanf und leidenschaftlich, holt sie ins Leben zurück.

Der tanzende Vorhang wirft Lichtspiele an die Wand, hilft meinen Augen das Sehen neu zu lernen, wieder rein und klar zu werden.

Eine Ahnung vom Geschmack des Lebens beginnt in mir zu keimen.

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